Leadership Counts – oder: Die Verantwortung der Führungskraft, Sinn zu stiften!

Ob eine Arbeit als sinnvoll empfunden wird, lässt sich nicht allein von der Art der Arbeit ableiten. Nach einer neuen Studie unterscheidet sich die Zufriedenheit mit dem Job von Friseurinnen oder Verkäufern kaum von denen von Lehrern. Metallarbeiter sind sogar zufriedener als Ärzte.

Ihnen glückt es offenbar, in ihrer Arbeit mehr zu sehen als nur das Mittel zum Zweck – den täglichen Broterwerb: Sie kombinieren Engagement, Freude an der Arbeit, mit der kompetenten Ausführung ihrer Arbeit. Und sie wissen, dass sie zwar ein kleines Rädchen sind, eines von vielen. Doch sie wissen auch, etwas würde fehlen, wenn sie nicht da wären.

So gibt es auch Müllfahrer, die sich durchaus bewusst sind, welchen Dienst sie für die Gesellschaft leisten. Und es gibt Ärzte, die ihre Patienten hassen.

Erstaunlicherweise sind diversen Untersuchungen zufolge neben Managern ausgerechnet Menschen in Berufen mit vermeintlich hohem Sinnpotential – wie Sozialarbeiter, Ärzte, Lehrer, Polizisten – häufiger als andere von gefühlter Sinnlosigkeit bedroht. Aufopferung führt eben schnell zum Burnout.

Lehrer fühlen sich zwischen den Problemen ihrer Schüler, den Ansprüchen der Eltern und ständig neuen Reformideen der Behörden zerrieben. Mediziner zerbrechen an der Abwägung zwischen Patientenwohl und „Erlösoptimierung“ als Vorgabe der Klinikleitung. Altenpfleger, Erzieher oder Polizisten reiben sich in ihren Jobs für Lohn auf, der kaum für den Lebensunterhalt reicht. Unter solchen Umständen können auch Tätigkeiten, deren gesellschaftliche Bedeutung unschätzbar ist, individuell als sinnentleert empfunden werden.

Das Erkennen der Sinnhaftigkeit seiner Arbeit hängt nicht nur von der Tätigkeit und den Karriere-Ambitionen ab, sondern auch von Zufällen und Schicksalsschlägen: Ob der neue Chef motivieren kann, ob ein intriganter Kollege das Team verlässt – oder ob sich eigene Prioritäten verschieben, wenn zum Beispiel die Kinder aus dem Haus sind oder Eltern pflegebedürftig werden: Es gibt sehr viele Variablen, daher sind Sinnfragen immer so kompliziert.

Führungskräfte haben daher eine ganz besondere Rolle: Denn sie haben es in der Hand, ihren Mitarbeitern so viele Freiräume und Ressourcen für ihre Aufgaben wie möglich zu verschaffen. Sie müssen ihre Mitarbeiter spüren lassen, dass sie nicht nur ein Rädchen im großen Unternehmensgetriebe sind, sondern eine Arbeit tun, die für andere einen hohen Wert hat – und dass sie eben fehlen würden, wenn sie nicht da wären.

Gute Arbeit in einem guten Leben – inklusive Sinn – ist eine tragende Säule für Zufriedenheit und Glück.

Schreiben Sie mir, was Sie darüber denken oder rufen Sie mich einfach an!

Ihr 

Tim Köhn