Personalauswahl heute: Zeit zum Umdenken für die Arbeitgeber – oder: Der Nutzen des Personalberaters

Tipps rund um die Karriere und die Bewerbung sind immer gefragt. Fast jede/r will oder muss sich im Laufe seines Berufslebens mal verändern. Das Thema ist zeitlos, aber die Aufgabenstellungen ändern sich: Statt der Frage nach der richtigen Bewerbungsmappe vor 20 Jahren geht es heute um die perfekte Bewerbungs-E-Mail.

Wer sich nach zehn Jahren im Job das erste Mal wieder bewirbt, ist oft unsicher, wie ein Lebenslauf heute aussehen sollte. Hilfreich sind hier natürlich Formatvorlagen und Tipps, wie man sich heutzutage auf ein Vorstellungsgespräch vorbereitet. Das hilft, ist aber natürlich nur ein Teil der Lösung. Es gilt vielmehr, einige Klippen zu umgehen, um in die engere Auswahl zu kommen. Hier sind in der Regel Kontakte sehr hilfreich – wie sie eben oftmals nur versierte Personalberater in viele Unternehmen hinein haben.

Und für welchen Nutzen gibt es für Arbeitgeber?

Die Wahrheit ist: Das Bewerbungs- und Personalauswahlsystem ist in vielen Unternehmen ein einziges Glücksspiel!

Das kann auch fast gar nicht anders sein, wenn wir uns klar machen, wie die Prozesse häufig ablaufen.

Eine den potenziellen Jobsuchenden unbekannte Person (der/die Hiring Manager/in) bekommt über eine weitere Person (HR) – im Extremfall nur schriftlich – ein mehr oder weniger gut beschriebenes Stellenangebot und veröffentlicht es. Es erreichen den Adressaten wiederum mehr oder weniger gut geschriebene Bewerbungen völlig unbekannter Personen. Anhand dieser Bewerbungen wird oftmals innerhalb weniger Minuten entschieden, wer zu einem Interview eingeladen wird.
Wie soll das funktionieren? – Die einzig ehrliche Antwort darauf ist: Gar nicht!

Es regiert der Zufall

Wenn wir jetzt noch berücksichtigen, dass die allermeisten mit der Personalauswahl betrauten Personen in den Unternehmen oftmals so gut wie nicht qualifiziert für das Thema sind – und Recruiting in der Regel nebenbei machen oder eben HR-fremde Fachvorgesetzte sind, dann wundert es nicht, warum es viele Jobsuchende schwer im Bewerbungsprozess haben. Es regiert schlicht der Zufall.

Das war schon immer so – aber es war egal. Denn bis vor wenigen Jahren erhielten die Unternehmen immer noch ausreichend Bewerbungen auf die meisten ihrer Stellenausschreibungen. Und so lange das der Fall war, blieben auch bei einer schlechten Personalauswahl immer noch genug Kandidat*innen übrig, deren Bewerbungsunterlagen den Vorstellungen der Unternehmen weitgehend entsprachen. Warum also sollten die Arbeitgeber etwas ändern?

Mr./Mrs. Perfect sind immer noch gefragt

Diese Zeiten sind vorbei. In sehr vielen Berufszweigen herrscht Fachkräftemangel. Und dieser Mangel wird von vielen Unternehmen noch weiter verschärft, weil sie an ihren alten Vorstellungen von der “Mr./Mrs. Perfect Bewerbung” festhalten:  “Krumme” Werdegänge, Brüche im Lebenslauf oder komplette Karrierewechsel werden immer noch kritisch beäugt – und oftmals aussortiert. Mitunter zu Unrecht. Hier hat der versierte Personalberater eine wichtige Filterfunktion und kann für Unternehmen eine große Hilfe sein – ein gutes Briefing vorausgesetzt.

Und ebenso beim Zugang zu Kandidat*innen überhaupt: Heute, im August 2021, bekommt Spezialist*innen wöchentlich über die Business Netzwerke dutzendfach Nachrichten mit Stellenangeboten und Abwerbeversuchen. Für die Angesprochenen ist nicht mehr die Frage, wie sie sich richtig bewerben. Sondern viel mehr, aus den zahllosen Stellenangeboten das jeweilig am besten passende herauszufiltern.

Es muss heute um Kandidat*innen geworben werden, gerade im Mittelstand und bei den „Hidden Champions“. Dies erledigt ein guter Personalberater routiniert für seinen Mandanten und ist damit eine wertvolle Hilfe, die sehr viel Zeit – und am Ende auch Geld spart: Was kostet eine unbesetzte Position zum Beispiel im Vertrieb oder im Kundenservice noch gleich pro Monat?

Fazit

Die Arbeitgeber stehen in den nächsten Jahren vor der immensen Herausforderung, ihre Personalauswahl massiv zu verbessern. Nach vielen Jahrzehnten, in denen die Bewerber*innen sich Mühe gaben, Kontaktpersonen zu erraten, motivierende Anschreiben zu schreiben und eine perfekte Karriere vorzulegen, hat sich das Blatt gewendet.

Das bekannte Bewerbungs- und Personalauswahlsystem deutscher Unternehmen funktioniert nicht mehr. Es basierte auf Oberflächlichkeit und Glück. Beides reicht heute nicht mehr. Viele Unternehmen setzen daher schon heute auf die Unterstützung von Personalberatern oder auch Headhunter.

Das ist natürlich eine gute Nachricht für alle Kandidatinnen und Kandidaten. Die schlechte ist: Noch nicht alle Unternehmen haben das erkannt. Gerne zeige ich Ihnen die aktuellen Trends und Möglichkeiten auf.

Ich freue mich über den Austausch mit Ihnen!

Ihr Tim Köhn

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