Recruiting im Wandel – kann Technik den Headhunter ersetzen?

Im industriellen Sektor werden Menschen selbstverständlich durch Maschinen ersetzt. Wo früher noch fleißige Hände schraubten, schweißten oder verpackten, kommen heutzutage Roboter zum Einsatz, die schneller, effizienter und oft auch fehlerfreier arbeiten, als Menschen es könnten. Aber nicht nur für handwerkliche Herausforderungen gibt es immer mehr ausgefeilte technische Lösungen. Auch bei komplexen Denkaufgaben setzen wir längst auf computerbasierte Unterstützung.

So werden beispielsweise einzelne Arbeiten, die ursprünglich zum Aufgabengebiet eines Dienstleisters gehörten, separiert und automatisiert ausgeführt. Eine Entwicklung, die auch vor dem Bereich Recruiting nicht Halt macht. Doch kann Technik tatsächlich einen Headhunter ersetzen?

Robot Recruiting – das menschliche Wissen in Algorithmen verpackt

Computer-Software gibt es für die unterschiedlichsten Anwendungsbereiche – so auch für das Recruiting. Hier werden Algorithmen genutzt, die ein Abbild menschlichen Wissens darstellen und dazu dienen, Daten anhand entsprechender Kriterien zu filtern und abzugleichen. Robot Recruiting kann zum einen dazu eingesetzt werden, das Internet mithilfe sogenannter Crawler nach passenden Kandidaten zu durchsuchen und zum anderen, um Bewerbungsunterlagen zu analysieren und somit eine Kandidatenvorauswahl zu treffen. Klingt, als sei Robot Recruiting für Unternehmen ein mächtiges Instrument, um Kosten zu senken und personelle sowie zeitliche Ressourcen einzusparen.

Tücken und Fallstricke technischer Hilfsmittel im Recruiting

Robot Recruiting kann Unternehmen also eine ganze Menge an Arbeit abnehmen. Zu bedenken bleibt jedoch, dass jede Software nur so gut ist wie der Programmierer dahinter. Viel wichtiger ist jedoch, dass jeder Technik, so ausgreift sie auch sein mag, immer eines fehlt: Der menschliche Aspekt.

Konkret bedeutet das, dass Algorithmen sich zwar hervorragend dazu eignen, um Kandidaten anhand ihrer Hard Skills zu identifizieren und zu filtern – sofern diese ihre Fähigkeiten präzise genug benennen – doch all das, was einen Bewerber persönlich ausmacht, bleibt dabei auf der Strecke. Die maschinelle Auswahl berücksichtigt nicht, wie motiviert ein potenzieller neuer Mitarbeiter ist, ob er anhand seiner Vorstellungen und Werte zu einem Unternehmen passt und welche Ziele er verfolgt. Die Gefahr, dass durch den Einsatz rein technischer Hilfsmittel im Recruiting Top-Kandidaten übersehen oder einfach aussortiert werden, ist somit groß. Ein weiterer Aspekt, den es beim Einsatz von Robot Recruiting zu bedenken gibt, ist, dass Computerprogramme sich nur in der digitalen Welt auf die Suche nach Kandidaten begeben können. Den vermeintlichen Spitzen-Kandidaten, der keine digitalen Spuren hinterlässt, also keine Profile in den sozialen Netzwerken pflegt oder anderweitig persönliche Daten im Internet verbreitet, kann auch der beste Web-Crawler nicht aufspüren.

Headhunter leisten deutlich mehr!

Auch Headhunter können sich besagter technischer Hilfen bedienen, um Ihren Suchauftrag bestmöglich zu bearbeiten. Doch Headhunter leisten einiges mehr: Ein Headhunter, der Ihre Zielgruppe kennt, weiß genau, wo er sie findet – auch abseits des Internets. Neben dem zielgerichteten Auffinden passender Kandidaten punktet der Headhunter aber auch mit der persönlichen Ansprache geeigneter Kandidaten. In telefonischen Interviews erfragt er nicht nur alle relevanten Fakten rund um die Kenntnisse und Fähigkeiten eines Bewerbers, sondern findet auch heraus, ob dieser sich angesichts seiner Persönlichkeitsstruktur für die Besetzung der Position eignet und zu Ihnen und Ihrem Unternehmen passt.

Zeitgleich kann er die Vorteile der offenen Position wirkungsvoll darstellen und Ihr Unternehmen als attraktiven Arbeitgeber präsentieren. Ein Vorteil, der in Zeiten des War of Talents nicht zu unterschätzen ist. Ein Headhunter kann Ihnen zudem in vielen Aspekten Ihrer Personalplanungsstrategie beratend zur Seite stehen und Ihnen hilfreiche Tipps und Hinweise im Hinblick auf die sinnvolle Anpassung Ihres Anforderungsprofils geben. Und nicht zuletzt verfügen erfahrene Headhunter über weitreichende Kontakte und ein Netzwerk, auf das kein Web-Crawler Zugriff hat und können Ihnen so zu Kandidaten verhelfen, die sonst nur schwer auffindbar sind.

Fazit: Headhunter bleiben auch weiter unersetzlich!

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass technische Lösungen eine gute Hilfestellung im Recruiting darstellen. Die menschlichen Faktoren aber, wie das Um-die-Ecke-Denken bei der Suche geeigneter Kandidaten, das Wecken von Interesse und der Aufbau von Vertrauen durch eine einfühlsame und sympathische Ansprache sowie die persönliche Beurteilung von Bewerbern machen den Headhunter nach wie vor unersetzlich.

Ich freue mich über den Austausch mit Ihnen!

Ihr Tim Köhn

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